Chronik für das Jahr 1983

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1. April 1983

Brigadegeneral Johannes Nebe verläßt Göttingen, um auf der Hardthöhe in Bonn die Leitung einer Stabsabteilung im Führungsstab der Streitkräfte zu übernehmen. Neuer Brigadechef wird Oberst Georg von Consbruch.

Das Dekane-Konzil der Universität spricht dem pensionierten Friedensoberrichter Wilhelm Stäglich aus Hamburg wegen Unwürdigkeit die Führung des Doktorgrades, den er am 17.4.1951 an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät erworben hat, ab. Stäglich hatte behauptet, daß die staatlich organisierte Judenvernichtung in Auschwitz nur eine "Legende" sei.

4. April 1983

Im Gebäude des Deutschen Theaters am Wall findet die letzte Vorstellung vor dem Umbau des Hauses (bis voraussichtlich 6.10.1984) mit Schillers "Räubem" (Inszenierung Günther Fleckenstein) statt. Das Ensemble wird während der Umbauzeit in die Aula der PH Am Waldweg ausweichen.

Dem Aufruf von 34 Gruppen zu einem Ostermarsch gegen Aufrüstung kommen 1200 Personen nach. Sie demonstrieren vom Rosengarten ausgehend zur Zietenkaserne.

13. April 1983

Im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität beginnen die 12 interdisziplinären Ringvorlesungen über Martin Luther, die aus Anlaß des Luther-Jahres von Göttinger Theologen, Germanisten, Politologen und Juristen gehalten werden.

Die für den 27.4.1983 vorgesehene Volkszählung wurde durch Klagen - u. a. auch von dem Göttinger Jurastudent Günther von Mirbach - beim Bundesverfassungsgericht durch eine einstweilige Anordnung vorläufig ausgesetzt.

19. April 1983

Der Posener Knabenchor (auch "Nachtigallen von Poznan" genannt) gibt ein Gastkonzert zusammen mit dem Männerchor der Posener Philharmonie unter der Leitung von Professor Stefan Stuligrosz in der Jacobikirche.

20. April 1983

2300 Besucher hat das Basketball-Länderspiel Bundesrepublik Deutschland gegen UdSSR in der Sporthalle Godehardstraße. Das Spiel gewinnt der amtierende Welt- und Europameister UdSSR.

Privatdozent Dr. med. Peter Heidemann, Oberarzt an der Kinderklinik der Universität Göttingen, hat den mit 20 000 DM dotierten Hufeland-Preis für seine Arbeit über Schilddrüsenvergrößerung erhalten.

21. - 24. April 1983

Das 5. Göttinger Filmfest der Kinothek steht unter dem Leitthema "Filmmusik". Bei den ca. 40 angebotenen Filmvorführungen sind teilweise Begleitprogramme vorgesehen, bei denen auch Filmprominenz zu Gast sein wird.

22. April 1983

Oberbürgermeister Professor Dr. Gerd Rinck enthüllt zu Ehren des ungarischen Linguisten Sámuel Gyarmathi eine Gedenktafel an dessen ehemaligem Wohnhaus Goetheallee 20, in dem Gyarmathi von 1796 bis 1798 lebte. Die Laudatio hält Professor Dr. Gulya.

Aus Protest gegen ausufernde Tierversuche haben Tierschützer aus der Bundesrepublik und Österreich die Zufahrtsstraße und Eingänge des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen blockiert. Die Göttinger Demonstration ist der Auftakt zu einer Reihe ähnlicher Aktionen gegen entsprechende Einrichtungen in anderen westeuropäischen Ländern und in Nordamerika.

24. April - 5. Juni 1983

Das Städt. Museum zeigt eine Ausstellung nüt Gemälden, Zeichnungen und Grafik 1962-1982 von Dietmar Ullrich.

25. April 1983

Ca. 300 Personen demonstrieren in den Abendstunden gegen das Urteil (1 Jahr Haft ohne Bewährung) in der Berufungsverhandlung, das gegen einen der Randalierer in der Silvesternacht 1982/83 ausgesprochen wurde. Dabei zerstören sie 22 Fensterscheiben Göttinger Geschäfte und der Justizvollzugsanstalt.

30. April 1983

Helmut Riechel, seit 22 Jahren Leiter des Sozialamtes und seit 46 Jahren in der Städtischen Verwaltung tätig, scheidet aus Altersgründen aus seinem Amt aus. Seine Nachfolge übernimmt der bisherige Persönliche Referent des Oberstadtdirektors, Günter Weihs (44 J.).


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