Personen

Die Mitgliedschaft der KPD war einer gewissen Fluktuation ausgesetzt. Die Veränderungen der „Parteilinie“ setzten eine große Anpassungsbereitschaft bei ihren Mitgliedern voraus. War die eigene Bereitschaft gegeben, konnte man trotzdem wegen „Links- oder Rechtsabweichung“ ausgeschlossen werden. Schwierigkeiten entstanden vor der Machtübertragung vor allem auf dem Gebiet der Gewerkschaftsarbeit. So führte in Göttingen die Politik der RGO zu massiven Schwierigkeiten in der Kooperation mit dem ISK. Diese Unterschiede der politischen Ausrichtung in der Gewerkschaftsarbeit führten Ende 1930 aber auch zum Parteiausschluss von Hermann Fraatz, der seit 1928 Mitglied des Bürgervorsteherkollegiums für die KPD war und als einer der einflussreichsten Kommunisten in Göttingen galt. (Parteiausschluss PDF)

Die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei lässt sich kaum über die Polizeiakten erschließen. Von den Verfolgungsorganen der nationalsozialistischen Diktatur wurde der Begriff „Kommunist“ durchaus weit gefasst und unterschiedslos auf Mitglieder der KPD, deren ehemalige Mitglieder oder Anhänger sowie auf alle Personen angewandt, die eine „linke“ politische Meinung vertreten hatten oder Freunde und Bekannte im „linken Milieu“ hatten.

Rainer Driever