Chronik für das Jahr 1949

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1. Juli 1949

Auf ein 75 jähriges Bestehen blickt heute die Eisenwarenhandlung Gebrüder Feistkorn in der Groner Straße zurück. Das Geschäft selbst ist viel älter, vor 75 Jahren übernahmen die Gebrüder Feistkorn die alte Eisenfaktorei G. W. Lünemann. Im Jahre 1945 konnte die Familie Feistkorn das seltene Jubiläum 300 jähriger Berufstradition begehen.

2. Juli 1949

Im Haus "Atlantic" am Ritterplan wurde ein Spielkasino eröffnet, das abends von 20 bis 24 Uhr zugänglich ist. Seine Erträge sollen für den Heimstätten-Bau verwandt werden.

An der Nordseite des Platzes am Geismar-Tor ist in diesen Tagen eine Ladestraße eröffnet worden. Alle 8 Ladeninhaber sind aus dem deutschen Osten vertriebene Geschäftsleute, die sich durch Selbsthilfe eine neue Existenz aufbauen.

Im Etat des niedersächsischen Kultusministeriums ist für die Universität Göttingen eine Summe von 9,519 Millionen DM eingesetzt (5,430 Millionen Eigeneinnahmen, 4,089 Millionen Staatszuschuß).

12. Juli 1949

Das niedersächsische Kultusministerium hat der Universitäts-Bibliothek Göttingen in Anbetracht ihrer allgemeinen Bedeutung die Bezeichnung "Niedersächsische Staats- und Universitäts-Bibliothek" verliehen.

15. Juli 1949

Der neuerbaute Speisesaal der Bahnhofsgaststätte wurde mit einer kleinen Feier eingeweiht.

17. Juli 1949

In Göttingen fand ein großes Treffen der Vertriebenen aus Ost- und Westpreußen, aus Pommern, Danzig, Memelland, Posen und Schlesien mit einer öffentlichen Kundgebung auf dem oberen Theaterplatz vor dem "Stadtpark" und Versammlung der einzelnen Landsmannschaften statt. In der Felix-Klein-Oberschule wurde eine Ausstellung ostdeutscher Künstler geboten.

In den letzten 6 Monaten wurden aus den Beständen des Städtischen Museums zahlreiche Gegenstände, wie Stammbuchblätter, Porzellane und Bilder entwendet. Als Diebin wurde die seit 25 Jahren im Museum beschäftigte Kastellanin jetzt entlarvt.

22. Juli 1949

Zum ersten Mal fuhren 12 erholungsbedürftige Göttinger Kinder auf Kosten der Freien Wohlfahrtsverbände (Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt, Innere Mission und Caritas-Verband) in ein Kinderheim auf der Nordseeinsel Langeoog.

Der Bund Christdeutscher Jugend, ein evangelisch-kirchlicher Verband, hielt vom 22. bis 24. Juli hier seine 17. Bundestagung ab, die erste Zeit dem Verbot durch den Nationalsozialismus.

24. Juli 1949

Heute blickt die Firma Wilhelm Lambrecht auf ein 90 jähriges Bestehen zurück, deren mechanisch-optische Geräte weit über Deutschland hinaus bekannt sind.

Professor Dr. Otto Hahn, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Göttingen, erhielt in Würdigung seiner Forschertätigkeit auf den Gebieten der natürlichen und künstlichen Radioaktivität die Würde eines Dr. Ing. der Technischen Hochschule Darmstadt.

In diesen Tagen steht Göttingen zum ersten Mal wieder seit 1939 im Zeichen seines traditionellen Schützenfestes. Das Fest, wie seit Jahrhunderten ein allgemeines Volksfest, begann am 23. Juli unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Föge und Oberstadtdirektor Schmidt mit dem üblichen Kommers im Festzelt auf dem Schützenplatz und wird bis zum 3. August dauern.

27. Juli 1949

In vertraulicher Sitzung wählte der Kreistag des Landkreises Göttingen Oberkreisdirektor Dr. Kellner nach Ablauf seines Probejahres mit 26 gegen 5 Stimmen auf 12 Jahre.

29. Juli 1949

Die Nordwestdeutsche Gesellschaft für Innere Medizin hielt am 29. und 30. Juli hier ihre 33. Tagung ab.

Der erste Teil des Internationalen Studententreffens 1949 in Deutschland fand vom 29. Juli bis 8. August in Göttingen statt. Neben Vorlesungen, sonstigen kulturellen Veranstaltungen und Besichtigungen wurden Fahrten in die Umgebung und in den Harz unternommen. Der zweite Teil des Internationalen Studententreffens sah die Teilnehmer vom 9. bis 20. August in Bochum, Essen und Duisburg, der dritte Teil bis zum Monatsende auf einer Fahrt durch Süddeutschland.


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