Chronik für das Jahr 1939 |
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1. Oktober 1939 Die Georg-August-Universität nahm in allen Fakultäten ihren Lehr- und Forschungsbetrieb vollständig wieder auf. 2. Oktober 1939 In den Gaststätten dürfen mit Ausnahme bestimmter markenfreier oder Teller-Gerichte Speisen nur noch gegen Lebensmittelkarten ausgegeben werden. Das Städtische Museum bestand heute 50 Jahre. Es wurde als "Städtische Altertumssammlung" von Universitätsprofessor Moriz Heyne 1889 in sechs Zimmern des Grätzel-Hauses in der Goetheallee eröffnet. Auf den städtischen Kraftwagen-Linien wurden für Kinder bis zum 12. Lebensjahr verbilligte Fahrscheine eingeführt. 4./10. Oktober 1939 Aus Anlaß des siegreichen Abschlusses des Feldzuges gegen Polen wurde auf Anordnung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda im ganzen Reich 7 Tage lang geflaggt. Während derselben Zeit läuteten zum von Dank erfülltem Gedenken des Sieges und der Gefallenen täglich von 12 bis 13 Uhr sämtliche Glocken in Deutschland. 11. Oktober 1939 Bei der gestern den Warschau vor Hitler veranstalteten großen Parade der siegreichen deutschen Truppen stellte das Göttinger Heimatregiment, Infanterie-Regiment 82, eine Ehrenkompanie. Das Regiment hatte an den Schlachten des polnischen Feldzuges besonderen Anteil. Zum Studentenführer an der Georg-August-Universität wurde Dr. Rolf Thienhaus ernannt. Von den hier bestehenden 12 studentischen Kameradschaften wurden für das neue Trimester 8 eröffnet, der aktive Betrieb der übrigen ruhte vorläufig. Dem Landrat des Kreises Göttingen, Dr. Freiherr von Bodenhausen, ist das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, auch wurde der zum Hauptmann der Reserve befördert. 12. Oktober 1939 Der Konzertwinter konnte trotz der Kriegsschwierigkeiten voll durchgeführt werden. Den Auftakt bildete ein von der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" veranstalteter Kammermusik-Abend der Bläservereinigung des Opernhauses Hannover. 15. Oktober 1939 Das erste Kriegs-Winterhilfswerk wurde durch eine Freierstunde der Partei in den "Göttinger Festsälen" eröffnet. Dabei überreichte Kreisleiter Dr. Gengler 21 kinderreichen Göttinger Familien das "Ehrenbuch der Deutschen Familie". Auf dem Markt war Platzkonzert, und überall in der Stadt wurden durch freiwillige Sammlerinnen und Sammler kleine Bücher mit Bildern aus der Geschichte des Dritten Reiches verkauft. Zwei Wunschkonzerte zu Gunsten des Kriegs-Winterhilfswerkes erbrachten 8000 RM. 18. Oktober 1939 Rektor der Universität, Kreisleiter und Oberbürgermeister forderten in Aufrufen die Göttinger Bevölkerung auf, für die zum neuen Trimester besonders zahlreich nach Göttingen gekommenen Studenten Zimmer zur Verfügung zu stellen. 20. Oktober 1939 Die Ratsherren hielten ihre erste Kriegssitzung ab. Ein großer Teil von ihnen steht unter Waffen. Die Juden sollen gem. § 2 der 5. Durchführungsverordnung zur Deutschen Gemeindeordnung mit rückwirkender Kraft von der Nutzung aus Holzberechtigungen ausgeschlossen werden. 22. Oktober 1939 In der Siedlung für Angestellte und Arbeiter des Fliegerhorstes am Kleinen Hagen wurde ein Kinderheim für 80 Kinder eröffnet. Die Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen erhielt ein neues Präsidium. Präsident wurde Professor Dr. Friedrich Karl Drescher-Kaden, Vizepräsident und Bibliothekar Professor Dr. Hermann Kees, Sekretär der Direktor der Universitäts-Bibliothek, Professor Dr. Dr. Karl Julius Hartmann. 31. Oktober 1939 Die ersten Verwundeten trafen in Göttingen ein (90 Leichtverwundete). |
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