Chronik für das Jahr 1939 |
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1. Juli 1939 Die Kunst- und Papierhandlung H. Lange, Straße der SA Nr. 34, feierte ihr 100-jähriges Bestehen. Die Firma verlegte im Jahr 1872 die ersten Ansichtspostkarten der Welt (von dem ehemaligen Studenten der Theologie Ludolf Parisius in Göttingen geschaffen). Zur 100-Jahrfeier gab die Firma eine Neuauflage jener ersten Ansichtspostkarten heraus. 2./7. Juli 1939 Unter Leitung des Inspekteurs der Nachrichtentruppen wurde im Raum Pyrmont-Paderborn-Siegen-Kissingen-Sondershausen eine Rahmenübung der Heeres-Nachrichtenverbände abgehalten, die bisher größte Übung dieser Art (10.000 Mann waren eingesetzt). Göttingen lag im Übungsbereich und hatte daher Einquartierung wie viel militärisches Leben während dieser Tage. 6. Juli 1939 An der Bekämpfung des gefährlichen Kartoffelkäfers beteiligten sich durch Absuchen der Felder auch die oberen Klassen der Göttinger Schulen. 9. Juli 1939 Der um die gärtnerische Gestaltung der Stadt und die Anlagen des Hainberges verdiente Stadtgartenmeister a. D., August Ahlborn, starb im fast vollendeten 78. Lebensjahr. 12. Juli 1939 Der Lektor der spanischen Sprache an der Georg-August-Universität, Professor Dr. Carillo, begründet einen dem Aufbau, der Förderung und Vertiefung der deutsch-spanischen Beziehungen dienenden "Göttinger Spanischen Zirkel". 12./15. Juli 1939 Es fanden die Göttinger Hochschultage statt. Nach feierlicher Flaggenhissung und Ansprache des Rektors begannen sie mit dem "Sporttag" der Universität, abends wurde im Kaiser-Wilhelm-Park auf dem Hainberg ein Sommerfest abgehalten. Der zweite Tag war wissenschaftlichen Vorträgen und einer Kundgebung des NS-Studentenbundes im Reichsbahn-Ausbesserungswerk gewidmet. Der letzte Tag brachte die traditionelle Jahresfeier der Universität, bei welcher der Rektor den Jahresbericht erstattete. Er gab auch bekannt, die Universität habe durch Landkäufe bereits vorgesorgt für die Schaffung eines großen Universitäts-Viertels in nördlicher Richtung des jetzigen Auditoriums mit dem Universitäts-Sportfeld als Mittelpunkt. 15. Juli 1939 Das Göttinger Schützenfest wurde eröffnet. Auf den Maschwiesen war, wie alljährlich, eine große Zeltstadt mit vielen Volksbelustigungen aufgebaut. Schützenkönig wurde Baumeister Heinrich Drege. 17. Juli 1939 600 Göttinger Studenten fuhren zur Erntehilfe nach Schlesien. Der 32. Ferienkursus der Physikalischen Werkstätten ("Phywe") wurde eröffnet. An ihm nahmen 66 Teilnehmer teil, fast ein Drittel davon waren Ausländer. 19. Juli 1939 Zur Durchführung von Universitätsbauten wird eine Fläche von 51.730 qm am Kreuzbergweg zwischen den Waisenhaus-Gelände und den Gelände der Forstfakultät zum Preis von 2 RM je qm an den Fiskus verkauft. Das Grundstück Hainholzweg 5 wird für 31.000 RM erworben. Es ist beabsichtigt, dieses Haus der Partei für Repräsentations-Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Zwecks Errichtung eines Justiz-Neubaues wird das Restgrundstück des früher von Geysowschen Besitzes, Bahnhofstraße 4/6, in Größe von 3500 qm zum Preis von 55.000 RM an die Justizverwaltung verkauft. 23. Juli 1939 Die Partei führte in fünf Ortsgruppen der Stadt eine Schrottsammlung durch. |
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