Chronik für das Jahr 1939 |
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1. Juni 1939 Acht spanische Generäle, die mit der deutschen Freiwilligen-Truppe im spanischen Bürgerkrieg, der Legion "Condor", auf Einladung Hitlers eine Rundfahrt durch Deutschland unternehmen, weilten auf der Durchreise kurz in Göttingen. In ihrer Begleitung war eine größere Anzahl spanischer Freiheitskämpfer wie einige italienische Offiziere. 9./11. Juni 1939 Göttingen beging den Kreistag der NSDAP. Er wurde durch einen Festakt in der Aula der Universität eingeleitet. Die beiden anderen Tage waren mit Tagungen einzelner Organisationen der Partei, einer mitternächtlichen Heldenehrung auf dem Marktplatz, einer Kundgebung auf der Schillerwiese, Propagandamarsch durch die Stadt, Vorbeimarsch vor dem Rathaus, Sportkämpfe der SA-Standarte 82, Konzerte in verschiedenen Göttinger Betrieben und einer Aufführung von August Hinrichs "Alles für die Katz" im Stadtpark-Saal ausgefüllt. Den Kreistag beschlossen am letzten Abend Veranstaltungen der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" in mehreren Sälen der Stadt. Ehrengäste des Kreistages waren 4 Flieger des Göttinger Fliegerhorstes, die in der "Legion Condor" in Spanien gegen den Bolschewismus gekämpft hatten. 10. Juni 1939 Das Heim "Mutter und Kind" der NS-Volkswohlfahrt, Kirchweges 14, wurde eingeweiht. 11. Juni 1939 Die Deutschen Sprachvereine Südhannovers hielten in Göttingen ihr Sommertreffen ab. 12. Juni 1939 Das Fest der Sonnenwende wurde durch mehrere Feiern begangen, am eindrucksvollsten durch die Hitler-Jugend, des Jungvolks und der SS auf dem Kleinen Hagen. Die Sommerwendfeuer leuchteten überall auf den Höhen in die Nacht. 16. Juni 1939 Die Elektrotechnische Firma Gebrüder Ruhstrat in Göttingen stellte ihren 4.000.000. Widerstand her. 18./19. Juni 1939 Händel-Fest der Göttinger Händel-Gesellschaft, in diesem Jahr nur konzertant, ohne Opernaufführungen. Das traditionelle Kammerkonzert in der Aula eröffnete das Fest, im Stadtpark-Saal fand ein großes Händel-Konzert statt und die gleichfalls traditionelle Hainberg-Serenade schloß am zweiten Tag die Darbietungen ab. Die musikalische Leitung lag, wie immer, in der Hand von Fritz Lehmann-Wuppertal, Mitglieder des Städtischen Orchesters Wuppertal bildeten den Klangkörper. 21. Juni 1939 Der ordentliche Professor für romanische Philologie an der Georg-August-Universität, Dr. phil. Alfons Hilka, starb im 62. Lebensjahr. 25. Juni 1939 Die Vereinigung Göttinger Kunstfreunde verlegte ihrer Ausstellungsräume von der alten Frauenklinik am Geismar-Tor in das Obergeschoß des ehemaligen Physiologischen Instituts am Wilhelmsplatz. Anläßlich der Eröffnung der neuen Räume fand eine Freierstunde statt. Vor der Stadttheater wurde der "Deutsche Liedertag" durch eine Kundgebung der hiesigen Gesangsvereine begangen. 26./30. Juni 1939 In diesen Tagen versammelte eine Tagung über Gruppentheorie Mathematiker fast aller deutschen Universitäten und Hochschulen wie aus dem Ausland im Göttinger Mathematischen Institut. |
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