Chronik für das Jahr 1939

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1. April 1939

Durch das Wachsen des Stadtteils westlich der Leine ist die Schaffung einer neuen Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei erforderlich geworden. Die bisherige Ortsgruppe "Pfalz Grona" erhielt die Bezeichnung "Gerichtslinde", die neue Ortsgruppe westlich der Leine übernahm den Namen "Pfalz Grona".

4. April 1939

Die Leitung der "Vereinigung Göttinger Kunstfreunde" wurde Regierungspräsident a. D. Dr. Rose übertragen. Bisheriger kommissarischer Leiter war Stadtbaudirektor Frey gewesen.

Die SA-Gruppe Niedersachsen hielt in Göttingen eine Tagung ab, an der sämtliche Brigadeführer teilnahmen.

8. April 1939

Durch Erweiterung der Mästerei auf dem Stadtgut in Niedernjesa können statt bisher 200 nun 400 Schweine gemästet werden. Durch den Beauftragten des Vierjahresplanes, Generalfeldmarschall Göring, ist die NS-Volkswohlfahrt künftig mit der Verwertung von Küchenabfällen zur Schweinemast beauftragt. Es werden von jetzt ab in den Göttinger Straßen regelmäßig die Abfälle gesammelt.

Auf dem Göttinger Flugplatz fand mehrere Tage hindurch ein Vergleichsfliegen der Flugtechnischen Fachgruppen und Arbeitsgemeinschaften der deutschen Hoch- und Fachschulen statt (Segelflieger).

14./15. April 1939

Die Reichs-Arbeitsgemeinschaft "Tierzucht", Arbeitsgruppe "Ernährung" und "Physiologie" der im "Forschungsdienst" zusammengefaßten Arbeitsgemeinschaften der Landbauwissenschaft tagt in Göttingen.

18. April 1939

Die Beschaffung einer zentralen Adrema-Anlage für die städtischen Dienststellen wird in der gemeinschaftlichen Ratssitzung beschlossen.

Desgleichen der Ankauf des Grundstücks Obere Karspüle 16 (Rentner Steinmann) zwecks Erbauung einer weiteren Turnhalle (27.000 RM).

Das Grundstück Kurze Geismarstraße 11, sogenannter "Schäferhof", wird für 70.000 RM an die Firma Winkelhoff und Gläser verkauft.

19. April 1939

Einweihung des Erweiterungsbaues des Tierärztlichen Instituts der Universität am Groner Tor.

20. April 1939

Der 50. Geburtstag des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wurde auch in Göttingen besonders festlich begangen. Vornehmlich geschmückt waren der Marktplatz, die Straße der SA und die Goetheallee. Am Vorabend trat auf der Schillerwiese am Hainberg die Hitler-Jugend zu einer Freierstunde an, bei der 270 zehnjährige Jungen und Mädel in das Deutsche Jungvolk und in den Bund Deutscher Jungmädel aufgenommen wurden. Ferner veranstaltete die SA abends einen Standortappell mit anschließendem Fackelzug durch die Stadt bis zum Adolf-Hitler-Platz. Vor dem Rathaus hielt der Führer der SA-Brigade 57, SA-Oberführer Wilckens, eine Ansprache. Die Feierlichkeiten des 20. April wurden durch das Große Wecken des Infanterie-Regiments 82 eingeleitet, am Vormittag traten die Truppenteile des Standortes zu Appellen auf ihren Kasernenhöfen an.

Mittags fand vor der Anatomie unter ungeheurer Beteiligung der Bevölkerung große Parade sämtlicher Truppenteile Göttingens vor dem Standortältesten, Oberst Hoßbach, statt. Den Abschluß der Festlichkeiten bildete abends auf dem Adolf-Hitler-Platz die Vereidigung der Politischen Leiter und anderer Amtsträger der Parteigliederungen. Oberbürgermeister Gnade hatte dem Führer als dem Ehrenbürger Göttingens telegraphisch die Glückwünsche der Bevölkerung übermittelt, auch hielt die Stadtverwaltung am Morgen des 20. April eine Ehrung alter Parteikämpfer ab. Sie erhielten eine Prachtausgabe von Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" überreicht. Mehrere alte Kämpfer empfingen Geldspenden oder Freischeine für Reisen mit der Nationalsozialistischen Gemeinschaft "Kraft durch Freude", Mütter von mindestens 8 Kindern Geldspenden.

Langjährige Angestellte der städtischen Verwaltung wurden durch Freischeine für Erholungsreisen ausgezeichnet. Drei neue Straßen benannte man aus Anlaß des 50. Geburtstages Adolf Hitler nach verstorbenen Göttinger Parteikämpfern: Hermann-Kautz-Straße, Heinrich-Schrader-Straße und Hanna-Wollenweber-Straße. Alle Tr&äger des Goldenen Ehrenzeichens der Partei wurden mit ihren Frauen vom Oberbürgermeister für den 23. April in der Rathaushalle zu einem Abendessen eingeladen. 176 Gefolgschaftsmitglieder der Stadtverwaltung überreichte Oberbürgermeister Gnade das Treudienst-Ehrenzeichen. Die Ortsgruppe Göttingen des DDAC (Der Deutsche Automobil Club) veranstaltete zum Führergeburtstag mit 34 Parken für 104 Kriegsopfer des Krieges 1914/18 eine Frühlingsfahrt über die Reichsautobahn ins Werratal.

26. April 1939

Als Nachfolger von Professor Dr. Blume wurde Professor Eugen Mattiat vom Gaudozentenführer in sein Amt als Dozentenführer der Georg-August-Universität eingeführt.

27. April 1939

Die Kreis-Sachbearbeiterinnen der Hilfsstellen für "Mutter und Kind" in Gau Südhannover-Braunschweig hielten in Göttingen eine Arbeitstagung ab.

29. April 1939

Vor den Rathaus errichtete man den Maibaum für die Maifeier.

30. April 1939

Die Maienkönigin wurde eingeholt, vom Adolf-Hitler-Platz aus bewegt sich ein großer Festzug durch die Stadt zum Rathaus. Dort wurde der Maibaum mit Symbolen und Bändern geschmückt, der BdM sang Frühlingslieder und zeigte Gruppentänze. Abends war allgemeiner Tanz unter dem Maibaum.


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